4. Süddeutsches Flat-Treffen 2009

Das Team: Jutta und Blue

Das Team: Jutta + Blue

Dummyarbeit ersetzt jagdliches Training, bzw. ist jagdliche Vorarbeit.
Dummytraining ist geeignet für alle Retrieverrassen.

Dummy = gefülltes Stoffsäckchen

Hier schnell noch drei kurze Erklärungen:

Markierung:
Bei einer Markierung hat der Hund die Möglichkeit, die Flugbahn zu beobachten und sich die Fallstellen der Dummys (Wild) zu merken (es besteht die Gefahr des Einspringens). Er muss die Fähigkeit haben, die Entfernung einzuschätzen und sich die Fallstellen auch über einen längeren Zeitraum zu merken. Im Idealfall sollte der Hund auf direktem Weg zum gefallenen Stück rennen, es aufnehmen und dann auf dem kürzesten Weg zum Hundeführer zurückkommen.

Einweisen:
Der Hundeführer kennt den Bereich, in dem sich der gefallene Dummy befindet. Er schickt den Hund mit Hilfe von Stimme, Pfeife und Handzeichen möglichst auf dem direkten Weg in das betreffende Gebiet. Bei dieser klassischen Retriever-Disziplin, dem Einweisen, muss der Hund einerseits gut lenkbar sein und auf Entfernung mit dem Führer zusammenarbeiten. Andererseits muss er im Zielbereich Eigeninitiative, Selbstständigkeit und Finderwillen zeigen.

Verlorensuche:
Bei der freien Verlorensuche kennt der Hundeführer nur den ungefähren Suchenbereich, in dem sich ein oder mehrere Dummys befinden. In diesem Bereich soll der Hund völlig selbstständig suchen. Er soll Suchen- und Finderwillen sowie Nasengebrauch zeigen und das Gelände möglichst systematisch absuchen. Wenn er ein Dummy findet, soll er es unverzüglich seinem Führer zutragen, wenn nötig, soll er auf Geheiß des Führers auch mehrfach das gleiche Gelände annehmen, um dort nach weiteren Dummys zu suchen (hier besteht die Gefahr des Tauschens).

Jetzt möchte ich einmal erzählen, wie es einem ergeht, wenn man das erste Mal auf einem Workingtest startet und eigentlich gar keine Ahnung hat, was auf einen zukommt.

Man kann bei jeder Aufgabe bis zu 20 Punkte erreichen:

1. Aufgabe (Station 4)

Die Richterin Jo Hewison (England) empfängt mich an einem großen Teich, zeigt mir den Platz an dem mein Hund und ich zu stehen haben und gibt dann dem Helfer (etwa 20 m entfernt, versteckt hinter einem Busch, für den Hund nicht sichtbar) das Zeichen das Dummy in den Teich zu werfen. Es kommt also der Entenruf, das Dummy fliegt platschend in den Teich, leider nicht weit genug. Blue hat das Dummy nicht gesehen (die folgenden Teams durften vorne am Wasser stehen). Nun kommt eine leichte Berührung auf meine Schulter was bedeutet: ich muss jetzt meinen Hund schicken. OK, ich sage also "Apport" und mein Hund fliegt förmlich ins Wasser! Er sieht aber den Dummy nicht – kommt zurück – raus aus dem Wasser – rennt zum Helfer – springt wieder ins Wasser – sieht das Dummy – schnappt es sich und kommt sofort zu mir zurück! Ich bin total begeistert. Leider spuckt er mir das Dummy vor die Füße…. aber er ist total happy und lacht mich an.

Die Richterin lacht mit und sagt, es wäre toll. Der Hund denkt mit und ist ein Problemlöser (oder so ähnlich). Sie gibt uns für die Aufgabe 16 Punkte.

Blue beim Wassertraining im Niedersonthofener See

Wir starten dann also zur nächsten Aufgabe, wo wir dann erst einmal knapp zwei Stunden warten müssen bis wir wieder dran sind -laangweiliig- (mein Klappstuhl liegt übrigens im Auto).

Allerdings ist die Versorgung klasse. Wir werden mit Kaffee, kalten Getränken, belegten Semmeln und Brezen versorgt.

2. Aufgabe (Station 5)

Bei dieser Aufgabe ist Frau Lenk Krispijn (Niederlande) die Richterin. Dieses Mal sind wir im Wald.

Wir müssen bis zu einem gekennzeichneten Punkt unangeleint Fuß gehen, dann müssen wir uns um 180° drehen, der Hund muss sitzen. Dann fliegt aus einem Tarnzelt, welches ich beim rein gehen überhaupt nicht gesehen habe, mit dem Entenruf eine Markierung in einen Graben. Es kommt wieder die leichte Berührung auf die Schulter und ich schicke ihn mit "Apport" los. Blue rennt los, nimmt das Dummy auf, kommt zurück und gibt mir das Dummy in die Hand.

Nun müssen wir uns wieder 180° drehen und wieder bis zu einem gekennzeichneten Punkt Fuß gehen; der Hund muss wieder sitzen. Lenk geht etwa 15 Meter von uns weg, steigt dabei über einen umgestürzten Baum und bleibt genau dahinter stehen. Sie macht einen Entenruf und kommt zu uns zurück – Berührung auf der Schulter – Hund schicken. Blue läuft los, springt über den Baum, dreht sich in der Luft, schnappt sich das Dummy und kommt zu mir zurück. Er gibt mir das Dummy in die Hand und freut sich wie "Polle".

Für diese Aufgabe bekommen wir 17 Punkte.


3. Aufgabe (Station 1)

Wir werden von der Richterin Cecil de Kat-Keijzer (Niederlande) begrüßt. Der Schauplatz ist ein Kinderspielplatz, direkt in ein kleines Wäldchen gebaut.

Erster Teil der Aufgabe ist, dass ich drei Stufen der Rutsche erklimmen muss. Blue sitzt unten am Boden und guckt mir ganz verdutzt zu, was ich denn da mache. Ich muss mich umdrehen, um meinen Hund anschauen zu können. Cecil wartet auf mein Zeichen, dass ich bereit bin – danach gibt sie dem Helfer ein Zeichen. Wie schon bekannt – Entenruf – Dummy fliegt – ich schick den Hund – Blue rennt los – ich von der Leiter runter – Hund kommt zurück – gibt mir das Dummy. Super!

Zweiter Teil der Aufgabe: Wir gehen bis zu einem angewiesenen Punkt, währenddessen fliegt ein Dummy hinterm Baum hervor (natürlich mit Entenruf). Wir bleiben stehen – Schulter tippen – Hund schicken – Blue holt das Dummy, gibt es mir in die Hand. Doppelt Super!

Für diese Aufgabe erhalten wir 18 Punkte.

4. Aufgabe (Station 2)

Hier richtet Mr. Richard Hewison (England). Wir sind im Wald und überall sind schön stachlige Brombeeren.

Der Richter fragt zuerst die Unterordnung ab, also zuerst bis zu einem gewissen Punkt an der Leine Fuß, danach bis zu einem roten Eisenstab abgeleint Fuß. Dann stehen bleiben, der Hund muss absitzen. Es fliegt eine Markierung – natürlich wieder mit Entenruf. Danach müssen wir Fuß zu einem gelben Eisenstock gehen, von da aus wird der Hund geschickt. Blue rennt los und sucht das Dummy – er muss hier ein wenig länger suchen bis er es findet – kommt dann aber, als er es gefunden hat, sofort zu mir zurück und gibt mir das Dummy. Ich stehe ja immer noch beim gelben Eisenstab – nun wieder Fuß zum roten Eisenstab zurück. Von hier aus muss ich Blue in eine Verlorensuche schicken – hier tut er sich sehr schwer – ich muss ihn drei Mal neu ansetzen, dann hat er es aber und kommt zu mir zurück und spuckt mir das Dummy vor die Füße.

Ich bin wahnsinnig stolz auf ihn, da er obwohl es so schwer war, nicht aufgehört hat zu arbeiten.

Für diese Aufgabe erhalten wir 12 Punkte.

Wir haben jetzt wieder etwas mehr Zeit, die Blue sofort für ein Stündchen Schlaf nutzt.

5. Aufgabe (Station 3)

Bei der letzten Station kommen wir bei der Richterin Willy Walbeek (Niederlande) an. Jetzt sind wir auf einer großen Wiese, auf der das Gras ziemlich hoch steht.

Hier müssen wir uns in einem abgesteckten Viereck platzieren (man kann selbst entscheiden ob man die Leine erst mal dran lassen will – Blue ist offline). Zuerst drehen wir uns nach rechts – hier ist ein Dummy an einer Schnur befestigt (running rabbit) und fliegt da von links nach rechts.

90° Drehung – der Blick ist frei auf 5 Plastikenten die sich nicht bewegen (klar sind ja Plastikenten).

90° Drehung – es fliegt eine Markierung – natürlich mit Entenruf – Tipp auf meine Schulter – ich schicke Blue – er rennt los – findet das Dummy – kommt zurück – beim Rückweg entdeckt er die Plastikenten – rennt darauf zu – spuckt das Dummy aus und beäugt diese seltsamen Wesen (übrigens ich lache schon derart, dass mir die Tränen runter laufen – Willy und Ihre Helferin übrigens auch) – Blue hat sich diese Plastikteile nun genug angeschaut nimmt sein Dummy und kommt zu mir zurück und gibt es mir vorbildlich zurück.

Dies war mit Abstand die schönste Aufgabe bei der wir 13 Punkte erhalten.

Insgesamt haben wir 76 Punkte gesammelt und von 17 Startern in unserer Klasse den 6. Platz erreicht. Ich habe mir vorgenommen, vor dem nächsten Test, doch ein bisschen mehr zu üben, damit es Blue einfacher hat.


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